Donnerstag, 10. Mai 2012

Es weihnachtet!

Vier Absolventen des Abenteuer Vielfalt Projekts machen mit beim Jugendensemble der Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Freunde der Fiktion. Mit dabei und auf der großen Leinwand zu sehen sind Claudius Baisch, Joscha Eißen, Tuana Pehlivan, und Jannik Weiße.

Statistisch gesehen ist der Weihnachtsmann eine Frau
Kino im Schafstall  Im Lindach 9, Schwäbisch Hall
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Kassenöffnung: 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Keine Sitzplatzreservierung. Kein Vorverkauf.

Bei allen Aufführungen sind Projektmitglieder anwesend.
11. Mai, Freitag - 20 Uhr - u.a. Joscha, Tuana, Jannik
13. Mai, Sonntag - 18 Uhr 
14. Mai, Montag - 20 Uhr - u.a. Joscha, Jannik, Tuana

Zusammen mit dem Haller Filmemacher Stephan Baraniecki, dem Projektleiter Georg Kistner und einer Autorengruppe von fünf Jugendlichen (Katja Bolsinger, Alessa Grund, Anais Lüpke, Johannes Mohn und Aylin Schumacher) haben die Freunde der Fiktion ihren ersten abendfüllenden Film abgedreht.

Der Titel „Statistisch gesehen ist der Weihnachtsmann eine Frau“ verrät, in welcher Jahreszeit der knapp 90-minütige Film spielt. In vier Episoden zeigen die Freunde der Fiktion die anrührenden, humorvollen und ergreifenden Schicksale junger Menschen in Schwäbisch Hall. 
Das Ensemble kümmerte sich während der Dreharbeiten um die Genehmigung für die Drehorte, machten sich Gedanken über Ausstattung, Kostüme und Requisiten... und warteten ungeduldig auf - SCHNEE! Was das Wetter nicht lieferte bearbeitete Kolja Hübschmann für den Film beeindruckend am Computer nach. Und soviel kann man schon verraten: Weihnachten in Schwäbisch Hall ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen...

Die fünf Jungs (Joscha Eißen, Claudius Baisch, Janik Otterbach, Samuel Böhm und Jannik Weiße) wollen was erleben.

Weitere Informationen: www.freilichtspiele-hall.de
Text & Plakat: Freilichtspiele Schwäbisch Hall
Bild: Freunde der Fiktion 

Mittwoch, 25. April 2012

Etwas Neues, Anderes:  „Abenteurerin“ Steffi stellt sich selbst vor!


In der dritten Staffel von Abenteuer Vielfalt (2011/2012) waren wieder eine bunte Mischung von Teilnehmenden. Die 16-jährige Abenteuer-Vielfalt-Absolventin Angel Stefania Casanova Benavides, auch als Steffi bekannt, stellt sich vor.

Mein Name ist Angel Stefania Casanova Benavides. Ich bin in Bogota, Kolumbien geboren. Ich habe bis zu meinem fünften Lebensjahr in Kolumbien gelebt, bei meiner Oma. Dann, kurz vor meinem sechsten Geburtstag wurde ich und meine Schwester Natalia von unserer Mutter nach Deutschland geholt. Dort hat sie meinen Stiefvater Oliver geheiratet. Ich habe in Ditzingen (nahe Stuttgart) gelebt. Als ich neun Jahre alt war, ist meine Familie nach Wallhausen in ein altes Haus (früher eine Gaststätte) umgezogen.

Meine Hobbies sind Lesen, Zeichnen, Klavier spielen, und „Free Fight“ (gemischte Kampfkünste). Ich mag Geschichten über Vampire und Werwölfe und über starke Frauen, wie zum Beispiel „Antonyms Wille“ und „Die Samenhändlerin“, beides von Petra Durst-Benning. Zeichnen tue ich eigentlich alles: Manga (japanische Begriff für Comics), Gegenstände (wie Bälle oder Früchte) und auch Tiere und Gesichter von Menschen. Ich habe mit 11 Jahren damit angefangen. Ich mache es nicht regelmäßig, jedoch drei- bis viermal im Monat.

Klavier spiele ich erst seit ein paar Monaten und der Lehrer sagt schon, ich wäre wirklich gut. „Free Fight“ ist meine Lieblingsbeschäftigung. Früher, als ich zehn Jahren alt war, habe ich Unterricht genommen. Jetzt übe ich fast jeden Tag zwischen 30 und 60 Minuten an meinem Boxsack, weil ich finde, das eine Frau oder ein Mädchen sich verteidigen sollte.

Interesse und Erfahrung mit Theater
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht so viele Erfahrungen im Theater hatte.  Ich spielte 2009 in meiner Schule in Kirchberg die Hauptrolle in einem Theaterstück über Martin Luther King: seine Ehefrau Coretta Scott King. Ich war sehr nervös, weil ich gleich die Hauptrolle bekam und ich sollte singen, weil Coretta Scott King eine Sängerin war. Dass ich singen sollte fand ich nicht so toll. Letztendlich habe ich aber nicht singen müssen, weil ich furchtbar singe. Es war eine tolle Erfahrung, weil es neu für mich war, vor so vielen Menschen zu schauspielern.

Ich liebe das Theater, wenn ich sehe wie jemand etwas ganz anderes spielt und sich vollkommen dem hin gibt, aber nicht für die Zuschauer, sondern für sich selbst. Weil man es liebt und es das Leben ist! Ich habe solche Momente erlebt, als ich im Theaterstück von König der Löwen war, es hat mich einfach mitgerissen. 

Außerdem gefällt es mir, wie abwechslungsreich alles im Theater ist. Ich denke ich könnte nicht immer in einem Büro sitzen oder jeden Tag das Gleiche machen, das würde mich einfach deprimieren.


Vielfalt 
Etwas Neues, etwas Anderes, heißt für mich Vielfalt. Ich finde Vielfalt ist sehr positiv und dass jeder Mensch das braucht, um in dieser vorgeschriebenen Welt klar zu kommen.
Ich denke die Schwierigkeit liegt darin, dass man offen dafür sein muss. Man muss locker sein und es einfach auf sich zukommen lassen. 


Das Projekt „Abenteuer Vielfalt"
Ich habe im Internet nach etwas gesucht, das mit Schauspielerei zutun hat, etwas mit Aufführungen. Ich habe andere Projekte gesehen, aber alle haben etwas gekostet oder hatten schon angefangen. Manche haben auch nicht mit meiner Zeit überein gestimmt. Dann habe ich das Projekt „Abenteuer Vielfalt“ entdeckt und sagte mir: Naja, was soll´s? Klingt ja nicht schlecht. Probiere es aus, besser als nichts zu machen. Ich habe das Projekt falsch verstanden- ich wusste nicht, dass es eine Ausbildung zur Jugendbegleiterin ist und dass man Theaterimprovisation lernt und nicht „richtiges“ Theater. Aber ich war nicht enttäuscht. 

Mein erster Tag war nicht seltsam, es war nur so, dass ich Keinen kannte und der Weg nach Schwäbisch Hall sehr lang und wirklich ermüdend war. Die anderen Mädchen im Projekt haben mich wirklich herzlich begrüßt und waren offen und freundlich, so dass ich mich schnell angefreundet habe. Ich habe mich entschieden, weiter zu machen, weil ich den ersten Tag gut und witzig fand. 

Die vielen Übungen und Informationen, die Tipps und die freundliche Art von allen (die Gruppe, Begleiter und Organisationsteam) haben mir gefallen. Da ich am Anfang nicht wusste, was wir machen sollten, fand ich, dass alle so geduldig waren, es mir zu erklären (weil ich ja weiß, dass ich kein einfacher Mensch bin). Alle haben sich wirklich Mühe gegeben und gute Ideen vorgebracht.

Ich habe eine Menge gelernt durch die Ausbildung. Ich bin offener für neue Dinge und ich finde, es hat mir geholfen zu wissen, was ich mir gut für meine Zukunft vorstellen kann.

Aus einem Regenschirm macht Steffi eine Pfeife.
Steffi lächelt und wartet auf die Reaktion von Kate. Die Gruppe beobachtet die Spielsitaution und gibt Rückmeldung.


Text: Steffi Casanova Benavides
Fotos: Patricia Masibay

Dienstag, 10. April 2012

Wir Sind Bereit! Neue Abenteuer-Vielfalt-Jugendbegleiter erhalten ihre Zertifikate.


Absolventen der 3. Staffel, mit Rainer Möck (rechts) und Farnaz Schaefer (links) und Paz Padilla (Mitte) vom Internationalen Frauenkreis Schwäbisch Hall. Foto: ae

Die 3. Staffel der interkulturellen Jugendbegleiterausbildung fand am 27. März, bei der offiziellen Übergabe der Zertifikate, ihren Abschluss.

In den vergangenen sechs Monaten wurden neun Jugendliche zu JugendbegleiternInnen (Fach: Theaterpädagogik) ausgebildet und sind nun bereit ihre erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen Kindern regionaler Grund- und Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen.

Ziele der Ausbildung sind die sozialen Kompetenzen und die Selbstständigkeit der Jugendlichen zu stärken und ihre kreativen Fähigkeiten und interkulturelle Kompetenz zu fördern. In der Ausbildung wurden u. a. Improvisationsspiele und Darstellungsgrundlagen vermittelt, Gruppenprozesse wurden spielerisch angeregt und unterstützt. Somit wurde eine Sammlung theaterpädagogischer Übungen vermittelt, die heute zum Repertoire der TeilnehmerInnen gehört.

Am Ende der Ausbildung standen eine öffentliche Präsentation für PädagogInnen und Interessierte am 5. März, im Rahmen des „Culturcafés International“ und eine beobachtete Unterrichtseinheit in der Grundschule Am Langen Graben, bei der die Absolventen Ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen mussten. Beide wurden von der Gruppe großartig gemeistert.

Nach den Osterferien engagieren sich Teams aus jeweils zwei Absolventen u. a. in Grundschulen in Schwäbisch Hall, Steinbach und Breitenstein.


Szenen aus der Präsentation am 5. März 2012
Inna, Kristin, Aylin und Steffi stellen ein „Lieblingsfoto“ dar. Foto: fls.
Helen und Kristin improvisieren eine Konfrontationsszene. Foto: fls.
Text: Andreas Entner
Fotos: Andreas Entner (ae)
©Freilichtspiele/Jürgen Weller Fotografie (fls)

Donnerstag, 15. März 2012

„Wir gehen wieder hin!" - Ein Gespräch mit Helen und Luisa


Helen (rechts) und Luisa
Die dritte Staffel von Abenteuer Vielfalt (2011/2012) bringt wieder eine bunte Mischung von Teilnehmenden zusammen.Wir stellen Helen Streicher und Luisa Heinold vor. 

Helen Streicher ist aus Sulzdorf. Die 14-Jährige geht in Michelbach zur Schule . Ihr Vater kommt aus der Nähe von Ravensburg und ihre Mutter ist „von hier“. Sie hat zwei ältere Brüder. Zu Hause hat ihre Familie einen Mischlingshund „Ben“ und eine griechische Landschildkröte „Schildy“: „sie schläft jetzt im Winter“. 

Helen spielt seit ungefähr den zweiten Klasse Gitarre, „Meine Mutter hat Gitarre gespielt und ich wollte es auch unbedingt“. Sie nimmt Gitarren-Unterricht und hat Musik als Wahlplichtfach in der Schule. Sie führt im Unterricht mit ihren Mitschülern Stücke auf. Ansonsten scheut sie sich immer davor „Happy Birthday“  oder gar Weihnachtslieder bei den Familien Feiern zu spielen: „ich sollte, aber ich mach's nicht“. Aus Spass hat sie bis letztes Jahr mit einer Freundin fünf Jahre lang Judo gemacht. Sie liest gerne und viel: „Fantasy- und schnulzige Bücher“, unter Anderem. Sie hat gerade „Der Geist an meiner Seite“ von Megan Crews fertiggelesen und hat sich bereits ein neues Buch gekauft.

Luisa Heinold ist aus Gelbingen und geht in Schwäbisch Hall zur Schule. Sie ist 17 Jahre alt und macht gerade ihren Abschluss. Sie ist die Jüngste einer fünfköpfigen Familie. Zu Hause haben sie viele Tiere. Sie lacht bei der Aufzählung:  „viele Schafe, zwei Hühner, drei Hunde, drei Hasen, zwei Katzen. Wir hatten schon viele Pflegetiere gehabt, viele Vögel.“ Die drei Hunde (Leika, Nora und Faevel) sind ihre Lieblingstiere. 

Sie hatte versucht Schlagzeug, Gitarre, und Keyboard zu lernen und sagt nun „Ich bin nicht musikalisch. Aber ich lese und ich fotografiere gern.“  Sie mag Fantasy-Bücher, gerade liest sie „Zweilicht“ von Nina Blason. Sie fotografiert seit drei Jahren: „alles Mögliche“, selten aber Tiere, sie sind zu schwierig: „Ich versuche es halt mit meinen Tieren, aber die halten nicht still und dann klappt's nie. Deswegen eher Landschaft und meine Freundinnen.“ Ausserdem geht sie zum Spass mit ihrer Freundin, Kate, ca. zwei Stunden lang („mit Übungen“) zweimal in der Woche zum Joggen.


Erfahrungen mit Theater
Ein Jahr lang hat Helen in der Grundschule beim Theaterspielen mitgemacht und war auf der Bühne als „Marktfrau“ und als „ein Mädchen, das Zimtsterne gegessen hat“.  In Michelbach hat sie ein halbes Jahr in einer Theater-AG und ein halbes Jahr in einer Improvisationstheater- AG mitgemacht, aber leider gab es dabei keine Aufführung. 

Luisa hatte zwei kleinere Rollen („weil ich nicht singen kann“): „Vater“ und „Alien“, als in der Grundschule ein Musical gespielt und auch getanzt wurde. Sie war nicht am Singen und am Tanzen interessiert, aber „das Schauspielen ging eigentlich“. Mit ihren Eltern hat sie bisher zwei Stücke der Freilichtspiele Schwäbisch Hall gesehen, „Peter Pan“ im Globe-Theater und „Sommernachtstraum“ auf der großen Treppe. 


Abenteuer Vielfalt
„Dass es verschiedene Sachen gibt, die vielfältig sind. Das hat eigentlich jeder, glaub ich.“ beschreibt Helen ihre Sicht von Vielfalt. Sie findet Vielfalt gut, „sonst wäre alles dasselbe“.  Auch Luisa denkt, dass die Einzigartigkeit jeder Person die Vielfalt ausmacht. Als das Positive an Vielfalt, findet sie, dass es viel Unterschiedliches gibt. Die Schwierigkeiten sieht sie eher bei den anderen: „Wir wohnen ja in Deutschland. Wenn wir jetzt in ein anderes Land gehen, werden wir anders betrachtet, weil man gleich erkennt, das ist jemand Anderes und dann gibt es vielleicht Probleme bei der Verständigung, weil es so viele Sprachen gibt oder insgesamt, weil man Vorurteile hat.“  

Helen hat von Ana Thalacker, eine der aktiven Mitglieder des Internationalen Frauenkreises, über das Projekt erfahren. Sie entschied sich mitzumachen, wegen der Ausbildung zur Jugendbegleiterin und des Improvisationstheaters. Sie ist froh über ihre Entscheidung: das Projekt macht Spaß, die anderen Teilnehmenden sind alle nett, die Übungen sind lustig, die Möglichkeiten etwas aufzuführen gefällt ihr und sie hat starkes Interesse daran, weiter als Jugendbegleiterin zu arbeiten. Ihre Lieblingsübung ist die Impro-Übung „Mein Lieblingsfoto“. Sie mag es, wenn man sich schnell etwas einfallen lassen muss. Durch das Projekt und die Auftritte hat sie neue Übungen kennen gelernt und mehr Selbstvertrauen gewonnen.
   
Luisa hat von ihrer Freundin Kate, über das Projekt „Abenteuer Vielfalt“ gehört. Luisa macht demnächst eine Ausbildung zur Erzieherin und dachte zunächst nicht an das Theaterspielen, sondern an die Ausbildung zur Jugendbegleiterin. Als sie sich mit ihrer Freundin Kate angemeldet hat und dann doch die Theaterelemente erkannte, dachte sie aufgeregt: „Nein, nein! Wir gehen nicht hin, wir lassen das einfach.“ Ermutigt von ihrer Freundin, gingen sie dann gemeinsam zum ersten Treffen. Luisa fand es „ziemlich cool“ und war überzeugt: „Wir gehen wieder hin, wir gehen wieder hin!"

Sie ging wieder hin, wegen der Übungen und der „netten, unterschiedlichen“ Gruppe. Sie mag es, sich etwas zu überlegen und neue Rollen anzunehmen. Die Vielfältigkeit der Gruppe ermöglicht ihr eine andere Sichtweise und Eindrücke zu erfahren, z. B.  durch die Erzählungen und den Austausch der Schüler untereinander. Durch die unterschiedlichen Teilnehmer im Projekt, zum Beispiel aus der Tschechischen Republik, sieht sie Schwäbisch Hall bzw. Deutschland von einer anderen Perspektive. Wie Helen hat sie mehr Selbstvertrauen durch das Projekt gewonnen und sie hat gelernt, „auf andere Menschen leichter zuzugehen“. Sie findet auch dass sie jetzt besser „lügen“ kann, also eine Geschichte spontaner erfinden und dadurch lustigere Ideen und coolere Sprüche hat, als wenn sie zuviel dabei überlegt.

Helen und Luisa möchten sich als Jugendbegleiterinnen engagieren. Luisa hat über das Jugendbegleiter-Programm direkt von ihrer jungen Nachbarin gehört.  Die Nachbarin nimmt nämlich bei der Abenteuer-Vielfalt-Kindergruppe in der Grundschule Steinbach teil und hat ihr viel Positives über ihre Erfahrungen dort erzählt. Beide möchten auch mit Theaterspielen weitermachen. Bei Luisa steht der Spaß im Vordergrund, weniger als eine Aufführung. Helen dagegen, hat schon Interesse auf der Bühne zu stehen und wenn nicht als Beruf- dann als Hobby.

Helen wirft, bei einer Konzentrationsübung mit Stöcken, Luisa den Stock zu.

Luisa erzählt auf ein Stichwort hin, eine erfundene Geschichte.


Helen erzählt eine Geschichte „Zug um Zug“ mit Honza.

Text & Fotos: Patricia Masibay

Montag, 27. Februar 2012

Neue Jugendbegleiter/innen bereit für Grundschulen


Herzliche Einladung zur Präsentation der 3. Staffel von Abenteuer Vielfalt am 5. März 2012

Culturcafé International
Das Theaterprojekt „Abenteuer Vielfalt‟ (2011/2012) stellt sich vor!
Montag, 5. März 2012 - Eintritt frei
im Alten Schlachthaus, Haal 9, Schwäbisch Hall
Beginn 19:30, Einlass 19:00 Uhr
Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Bitte beachten Sie, dass es eine begrenzte Platzzahl gibt.


Gemeinsam haben der Internationalen Frauenkreis Schwäbisch Hall (IFK), das Kleine Theater Hall, die Volkshochschule Schwäbisch Hall (VHS) und die Freilichtspiele Schwäbisch Hall in den vergangenen sechs Monaten neun junge Menschen zu JugendbegleiterInnen im Bereich Theaterpädagogik ausgebildet. Im Mittelpunkt der Ausbildung standen die interkulturelle Begegnung und die Wahrnehmung von Lebensvielfalt. Geleitet und begleitet wurde die Gruppe von den TheaterpädagogeInnen Verena Sciesielski und Andreas Entner (Freilichtspiele Hall) und Rainer Möck (Kleines Theater Hall), unterstützt durch die beiden Interkulturellen Trainerinnen Andrea Wanner (VHS) und Patricia Masibay.

Bei der Präsentation am Montag, den 5. März, im Rahmen der Vortragsreihe „Culturcafé International“, zeigen die TeilnehmerInnen das Erlernte dem interessierten Publikum. Auch AbsolventeInnen des Programms des letzten Jahres sprechen dabei über ihre Erfahrungen als JugendbegleiterInnen. 

Insbesondere Pädagoginnen und Pädagogen, die an Grundschulen in der Region tätig sind, möchten wir die Präsentation ans Herz legen, denn die "frischen" JugendbegleiterInnen wollen ab April 2012 ihre Fähigkeiten Ihren Schulen zur Verfügung stellen. Natürlich sind auch Lehrkräfte weiterführender Schulen herzlich willkommen. Vielleicht haben Sie Schülerinnen und Schüler in Ihren Klassen, für die die Ausbildung zum Jugendbegleiter genau das Richtige wäre.

Die nächste Staffel des Projekts beginnt im Oktober 2012. Interessierte Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren sowie mögliche UnterstützerInnen und Förderer können bei der Präsentation mehr über das Projekt erfahren und das Abenteuer Vielfalt Team näher kennenlernen. In der Organisation unterstützen das Projekt Ana Carmen Thalacker und Farnaz Schaefer vom Internationalen Frauenkreis Schwäbisch Hall.

Das Culturcafé International ist eine interkulturellen Veranstaltungsreihe im Alten Schlachthaus. In der Regel jeden 1. Montag im Monat gibt es einen lockeren Vortragsabend, der von wechselnden Veranstaltern getragen wird (u. a. VHS Schwäbisch Hall, Kulturbüro Schwäbisch Hall, Internationaler Frauenkreis Schwäbisch Hall).


Text: Andreas Entner
Foto: Patricia Masibay

Montag, 20. Februar 2012

„Abenteuer Vielfalt“-Präsentation in der Grundschule Steinbach

Die Kinder vor ihrem Auftritt mit den Abenteuer Vielfalt-Jugendbegleitern Clara Schnell und Jannik Weiße sind vorbereitet und gutgelaunt.

Seit Ende April 2010 engagieren sich Abenteuer Vielfalt-Jugendbegleiter in der Grundschule Steinbach mit Erfolg!

Am Mittwoch den 15. Februar 2012 veranstalteten Jannik, Clara und ich mit der Improvisations-Theatergruppe der Grundschule Steinbach eine Abschlusspräsentation, in welcher die Eltern und Lehrer einen Einblick in das Erarbeitete des vergangenen halben Jahres erhielten. 

Die Schüler meisterten die anspruchsvollen Aufgaben trotz großer Aufregung sehr kreativ und souverän. Mit gespannter Aufmerksamkeit wurde ihr Auftritt betrachtet und die spontanen Lacher und Reaktionen der Zuschauer erfüllte die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler mit Stolz.

Zum Abschluss riefen die Kinder Jannik auf die Bühne und übergaben ihm eine Karte und zwei Kinogutscheine als Abschiedsgeschenk, da er wegen seiner Realschul-Prüfungen für einige Zeit aussetzt. Ich werde ihn für die nächsten Wochen vertreten und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Kindern.




Die Kindergruppe bildet zusammen eine große Maschine voller Bewegung, Geräusche und Kreativität.

Der tolle Auftritt zeigt die gelungene Zusammenarbeit zwischen den Abenteuer Vielfalt-Jugendbegleitern und ihrer Kindergruppe sowie die tatkräftige Unterstützung der Schule durch die Lehrerin Dorothea Mutschler-Lang (in rot) und der ehemaligen Steinbach-Schülerin Cosima Hilbert (zwischen Jannik und Clara). 

Text: Cosima Hilbert
Fotos: Patricia Masibay

Dienstag, 7. Februar 2012

„Jeder Dienstag ist eine Überraschung“ – Ein Gespräch mit Inna und Kristin

Inna (links) und Kristin

Die dritte Staffel von Abenteuer Vielfalt (2011/2012) bringt wieder eine bunte Mischung von Teilnehmenden zusammen. Wir stellen Inna Martel und Kristin Kumria vor.

Inna Martel ist in Schwäbisch Hall geboren. Sie ist 15 und geht zur Werkrealschule Schenkensee. Sie hat nicht nur viele Schwester (fünf!) sondern auch viele Hobbys. Ein Jahr lang fuhr sie Go-Kart,  „zuerst war ich einmal in der Woche, und dann zweimal und irgendwann war es viermal in der Woche. Die Eltern mussten immer dabei sein, aber dann hatten meine Eltern keine Zeit mehr.“ Ihre Freizeit ist trotzdem gefüllt: mit Lesen, Klavier spielen und Tanzen. Vier Jahre lang, bis zur 7. Klasse, nahm sie Ballett Unterricht. Und weil sie etwas Neues ausprobieren wollte, begann sie vor zwei Jahren mit Hip-Hop Tanzen. Es macht ihr Spaß mit Ihren Freunden immer wieder neue Tänze zu erlernen.
Kristin ist auch in Schwäbisch Hall geboren. Sie ist 17 Jahre alt und geht zum Gymnasium bei St. Michael. Sie ist wie Inna die jüngste in ihrer Familie, aber sie hat „nur“ eine Schwester und einen Bruder. Auch Kristin beschäftigt sich mit vielen Hobbys: Zeichnen (Portraits), Malen (Landschaften), Lesen (Geschichten mit Internationalen Handlungsorten), Musik-Hören (Internationale Musik), Singen (Gospel), Schauspielen (seit der 8. Klasse) und manchmal geht sie joggen („gerne im Sommer, wenn die Sonne scheint“).  


Erfahrung mit Theater
Inna sah bisher nur ein Theaterstück. In der Grundschule besuchte ihre Klasse eine andere Schule um „Das fliegende Klassenzimmer“ anzuschauen. Sie fand das Stück toll aber „ich habe mir nie gedacht ,dass ich auch so was machen würde“.  

Kristin war neben einem professionell aufgeführten Theaterstück, Jim Knopf ("als ich noch ganz klein war"), bei verschiedenen Vereins- und Schulaufführungen. Erst bei einer Aufführung in der 7. Klasse dachte Kristin  “das würde ich auch mal gerne machen.“  So begann sie in der 8. Klasse Theater zu spielen. Ihre Erwartungen wurden „übertroffen“. Vorher, als Zuschauer, konnte sie sich nicht vorstellen wie es ist, auf der Bühne zu stehen, aber „wenn man das wirklich mal macht dann ist das viel krasser als man sich das wünscht. Viel besser! Zum Beispiel habe ich mich früher nicht getraut zu schreien. Das habe ich jetzt gelernt, einfach mal laut zu sein oder wütend zu sein, rumzuschreien- einfach die Hemmschwelle zu überschreiten. Wenn nichts mehr peinlich ist und man alles machen kann, ist das ein tolles Gefühl.“ 


Vielfalt 
Inna beschreibt Vielfalt ganz schnell und mit einem Wort: „Spass“. Ihr genügt das. Sie lacht und sagt, „mir fällt nichts mehr ein“. Später entdeckt man, dass sie eine vielfältige Umgebung hat. Ihre Mutter kommt aus Tadschikistan und ihr Vater aus Kasachstan. Daher kann sie fließend Russisch sprechen. Viele ihrer Freunde kommen auch aus interkulturellen Familien. Sie hat diese Vielfalt vorher nicht erwähnt, weil es ganz normal für sie ist. Sie fühlt sich eher „anders“ weil sie schüchtern ist. 

Für Kristin bedeutet Vielfalt, „dass man facettenreich sein kann. Dass man vieles ausprobieren kann. Dass man immer wieder anders an Dinge rangehen kann. Dass es nicht langweilig wird. Dass man immer wieder neue Aufgaben bekommt und Herausforderungen“. Diese Vielfalt erlebt sie in ihre Familie. Ihr Vater ist in Indien geboren, ihre Mutter in Deutschland. Sie besuchte Indien zum ersten Mal letztes Jahr und hat das Land natürlich als Deutsche betrachtet: "eine ganz andere Kultur, andere Mentalität, andere Menschen, anderes Essen, andere Sprache, andere Religion, andere Sitten, andere Klamotten, andere Gerüche, viele Menschen, viel mehr Lärm, viel mehr Schmutz, anderes Klima.“  Ihr hat das „pulsierende Leben“ gefallen, „immer war etwas los, überall Menschen. Im Vergleich zu Indien sind deutsche Strassen eigentlich wie leergefegt.“. Sie findet es toll Verwandte im Ausland zu haben. Seit circa drei Jahren tauscht sie sich mit einem gleichaltrigen Cousin per E-Mail aus. Sie staunt immer wieder darüber, wie unterschiedlich ihre Leben sind."


Abenteuer Vielfalt
„Theater macht Spass“ sagt Inna mit ihrem netten Lachen und sie ist sich dabei sicher. Im Abenteuer-Vielfalt Projekt ist sie überhaupt nicht schüchtern. Sie entschied sich beim Projekt mitzumachen, weil sie nächstes Jahr eine Ausbildung zur Erzieherin machen möchte. Dafür absolvierte sie auch schon drei Praktika im Kindergarten. Sie wollte die Möglichkeit ergreifen, weitere Erfahrungen als Jugendbegleiter zu sammeln.  Jeden Dienstag lernt sie bei Abenteuer Vielfalt etwas Neues: „was man mit den Kindern spielen kann“ und auch „weil es Spaß macht. Ich bin dadurch auch offener geworden". Ein Highlight und die bisherige Überraschung der Ausbildung war der Austausch Tag und Improvisations-Workshop mit der Akzent Theatergruppe aus Karlsruhe: „das war cool!“

Kristin kam zum Abenteuer Vielfalt Projekt durch das Freilichtspiele-Theaterprojekt „Unsere eigene Theatershow“ die Verena Sciesielski auch begleitet. Verena sprach sie an. So entschied sie sich bei Abenteuer Vielfalt mitzumachen, wegen ihrer großen Leidenschaft für Theater und um zu sehen, ob Theaterpädagogin als Beruf für sie in Frage kommt. Kristin kommt gerne jeden Dienstag  „weil es Spaß macht und irgendwie entspannt“. Sie empfindet es als  Ausgleich und Abwechslung zum Stress in der Schule und dem ständigen Lernen. Ausserdem freut sie sich auf die Gruppe und die vielen neuen Übungen: „Jeder Dienstag ist eine Überraschung!“. 

Inna möchte sich auf jeden Fall nach der Ausbildung als Jugendbegleiter engagieren. Sie hat auch vor mit dem Theaterspielen weiter zu machen. 
Kristin macht mit Theater weiter. Ihre Theaterbegeisterung führt sie schon heute dreimal in der Woche in verschiedene Theaterprojekte. Für sie ist gerade Probe-Zeit: in der schulischen Theater AG für die „Hamlet“  Aufführung im Juni (sie spielt die Hauptrolle), in der Freilichtspiele-Gruppe für die Theatershow im Mai und bei Abenteuer Vielfalt für die öffentliche Abschlusspräsentation im März. Auch sie hat starkes Interesse, sich nach der Ausbildung als Jugendbegleiter zu engagieren. 

Szenen aus der Ausbildung

Inna improvisiert und erzählt spontan eine Geschichte.


Kristin reagiert mit einem strahlender Lächeln als Kate sich ihr annähert.



Text & Fotos: Patricia Masibay