Freitag, 18. März 2011

„Amüsümünt-Eğlencelik‟ am Samstag, den 19. März 2011


Amüsümünt - Eine Anleitung des türkisch-Deutschen und deutsch-Deutschen Vergnügens 

Am kommenden Samstag, den 19. März 2011 kommt  der interkulturelle Theaterpädagoge Ruşen Kartaloğlu wieder nach Schwäbisch Hall. Als Kooperationspartner von „Abenteuer Vielfalt‟ leitete er im Januar einen Improvisations-Workshop mit den Jugendlichen des Projekts und moderierte die öffentliche Aufführung danach.

Jetzt kann man sein Können auch als Schauspieler auf der Bühne bewundern. Aufgeführt wird „Amüsümünt-Eğlencelik‟ in der improvisierenden Erzähltheaterform des „Meddah‟. Meddah-Erzählungen gehören zur türkischen Volksliteratur. Mit viel Humor und Ironie zeigt er, wie türkische und deutsche Mitbürger in Deutschland leben, feiern und sich amüsieren.


„Amüsümünt-Eğlencelik‟ 
Produktion: Tiyatro Diyalog
Samstag, den 19. März 2011 
19.30 Uhr - Altes Schlachthaus, Theatersaal
Haalstraße 9, Schwäbisch Hall
Eintritt: 5 Euro
Kartenreservierung unter kleinestheaterhall@gmx.de

Im Rahmen des Culturcafé International 
Veranstalter: Internationaler Frauenkreis Schwäbisch Hall und Kleines Theater Hall e. V.


Weitere Informationen:

„Amüsümünt-Eğlencelik‟  in Schwäbisch Hall

Tiyatro Diyalog

„Abenteuer Vielfalt‟ mit Ruşen Kartaloğlu 
Abenteuer Vielfalt trifft Akzent 

Wir fahren nach Karlsruhe



Bilder: Tiyatro Diyalog



Mittwoch, 9. März 2011

„Vielfalt‟ auf der Bühne!


Unter dem Motto „Lernen Sie die Abenteurer kennen“ lud das Culturcafé International am Montagabend in den Theatersaal des Alten Schlachthauses ein, wo sich die Theaterprojekt-Gruppe „Abenteuer Vielfalt vorstellte.

Die 13-köpfige Gruppe, die seit Oktober 2010 von einem Team aus einer Theaterpädagogin und einem Theaterpädagogen sowie interkulturellen Trainerinnen betreut wird, unterhielt das Publikum mit einer bunten Mischung aus improvisierten Szenen, Übungen und einfallsreichen Auftritten. Ein originelle Parodie aufs „Zappen“ durchs Fernsehprogramm von auf „Schlemmer-TV“, „Was-ist-was-TV“ bis  „ Astro-TV“ und sieben anderen Sender zeigte Witziges, Amüsantes und Verblüffendes zum Thema „Keks“ und erheiterte die Zuschauer ebenso wie die Variationen eines Wiedersehens von zwei Krabbelgruppenfreundinnen nach vielen Jahren oder die unzähligen Möglichkeiten, eine Bank für sich alleine zu ergattern – und den unliebsamen Zweiten auf der Bank mit listigen Tricks loszuwerden.

Im Anschluss an die Präsentation standen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler samt ihren erfahrenen Begleitern, Tina Koball  von den Freilichtspielen und Rainer Möck vom Kleinen Theater Hall e.V., dem Publikum Rede und Antwort. „Theaterspielen macht unglaublich viel Spaß und man profitiert in jeder Hinsicht“, war die einhellige Meinung. Tina Koball erläuterte, dass dem ersten Ausbildungsteil nun der zweite folgen werde: die Jugendlichen sollen lernen ihre Erfahrungen weiterzugeben und Kindergruppen anzuleiten. Als Jugendbegleiter – mit Zertifikat – können Sie beispielsweise im Ganztagesbetrieb von Schulen selbst mit Kindern arbeiten. Dass das bestens funktioniert, hat bereits die erste Generation, die an dem ersten Projekt 2009/2010 teilnahm, unter Beweis gestellt. Und auch die jugendlichen Spieler selbst sind zuversichtlich und sehen der neuen Aufgabe mit gespannter Erwartung entgegen.

Den dritten Teil des Abends bildete der Dank an die Sponsoren, mit deren großzügiger Unterstützung das Projekt nicht nur in diesem sondern auch in den kommenden beiden Jahren gesichert ist. So gebührte auch ihnen jeweils ein herzlicher Applaus: Aktion Mensch, Soroptimist International Schwäbisch Hall, Bausparkasse Schwäbisch Hall, Round Table 101 Schwäbisch Hall, Verein der Freunde der IHK-Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken e.V., sowie die Bürgerstiftung Schwäbisch Hall, die auf Engagement der Grundschule am Langen Graben hin das Projekt ebenfalls finanziell unterstützt. Gemeinsam mit den vier Kooperationspartnern des Projekts – dem Internationalen Frauenkreis Schwäbisch Hall, den Freilichtspielen, dem Kleinen Theater Hall e.V. und der Volkshochschule - freuten sich über die überaus sinnvolle Verwendung der von ihnen gespendeten Gelder. 

Bei einem Glas Sekt und Häppchen gab es noch einen angeregten Austausch über den Idealismus und Eifer der Akteure und darüber, wie anregend und überzeugend das Thema „Vielfalt“ von ihnen auf die Bühne gebracht wurde. 

Szenen der Aufführung







Gruppenbild mit den „Abenteuer Vielfalt‟-Jugendlichen, ihren Begleitern sowie dem Organisationsteam und einigen Sponsoren





Fotos: Anna Böhm



Text: Andrea Wanner



Montag, 28. Februar 2011

Abenteuer Vielfalt: Lernen Sie die Abenteurer kennen!


Seit Oktober 2010 arbeitet eine neue 13-köpfige Gruppe an Theaterimprovisationen zum Thema „kulturelle Vielfalt". Sie werden von einem Team aus Theaterpädagogen und interkulturellen Trainerinnen auch darin geschult, ihre Erfahrungen weiterzugeben und Kindergruppen anzuleiten.

Bei der öffentlichen Präsentation werden die Jugendlichen ihre Arbeit in kurzen Übungen vorstellen. Ein anschließendes Gespräch ermöglicht Interessierten einen näheren Einblick in den Arbeitsprozess und den interkulturellen Austausch innerhalb der Gruppe. Auch Absolventen des Programms des letzten Jahres sprechen dabei über ihre Erfahrungen als Jugendbegleiter.

Culturcafé International
Das Theaterprojekt-Gruppe „Abenteuer Vielfalt‟ (2010/2011) stellt sich vor!
Montag, 28. Februar 2011 - Eintritt frei
19.30 Uhr im Schlachtsaal
Alten Schlachthaus, Haal 9, Schwäbisch Hall‟




Montag, 7. Februar 2011

Abenteuer Vielfalt trifft Akzent - Clara Schnell berichtet...

Rusen Kartaloglu beim Anleiten einer Impro-Übung 
(eine Geschichte erzählen). tk

Die Teilnehmer von „Abenteuer Vielfalt‟ stellen mit 
der Gruppe „Akzent‟ ein Fantasietier dar. tk


Am 15. Januar 2011 kam die Theatergruppe „Akzent‟ aus Karlsruhe nach Schwäbisch Hall für einen Austauschtag mit dem interkulturellen Theaterprojekt „Abenteuer Vielfalt‟.

Unter der Leitung von Rusen Kartaloglu und Lamis Klein, Theaterpädagogen des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, absolvierten sie gemeinsam einen Improtheater-Workshop. Anschließend gab es eine öffentliche Vorführung, in der die jungen Akteure von „Akzent‟ und „Abenteuer Vielfalt‟ eine Kostprobe ihrer Fähigkeiten zeigten. Das anspruchsvolle Thema „Recht und Gerechtigkeit‟ wurde in den verschiedensten Improvisationen aufgegriffen, das Publikum beteiligte sich eifrig und staunte über die originelle und spontane Umsetzung der verrücktesten Szenen, die spielerisches Können und Wortwitz miteinander verband.

Clara Schnell, eine Teilnehmende des Projekts „Abenteuer Vielfalt‟ berichtet über ihren ersten Impro-Auftritt: „Der Tag ging so schnell vorbei und war vollgeladen mit neuen Eindrücken. Die Aufführung lief ohne Zwischenfälle ab und die Zuschauer hatten sichtlich ihren Spaß, auch durch die lustige Art der Moderation von Russen und Lamis, die durch das Programm führten. Es war noch lustiger als in der Probe. Und es hat viel Spaß gemacht. Zum Schluss haben wir auch noch kräftig Applaus bekommen. Was will man mehr?‟


Clara Schnell berichtet:


Als ich um 14 Uhr an der Kunsthalle Würth ankam, war ich schon etwas aufgeregt. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen würde. Die Gruppe aus Karlsruhe  war schon da, sie waren mit dem Zug angereist, also konnten wir gleich anfangen. 

Zuerst haben wir ein paar Kennen-Lern-Spiele unter der Anleitung von Rusen gemacht. Danach ging es dann ans „Eingemachte“. Rusen teilte uns in zwei Gruppen ein (Abenteuer Vielfalt und Akzent gemischt). Trotz unterschiedlicher Impro-Kenntnisse sollten wir miteinander und gegeneinander verschiedene Impro-Spiele machen. Dabei gab es einiges zu beachten für die Abenteuer-Vielfalt-Leute, da wir eben wenig oder teilweise auch gar keine Erfahrung hatten. Man durfte nicht unsicher wirken, man musste konzentriert bleiben und auf die eigene Körpersprache und die der Anderen achten. Am schwierigsten war es für mich, nicht zu viel nachzudenken, den Kopf abschalten und einfach zu machen. Normalerweise denkt man über alles nach. Und ich bin auch eher nicht so der spontane Typ, deshalb war es ziemlich ungewohnt einfach aus dem Bauch heraus zu handeln. Aber je mehr man in das Spiel gefunden hat, desto lockerer wurde man.

Mit der Zeit wurde es immer einfacher, und somit wurden die einzelnen Szenen auch immer zwangloser und lustiger. Zwischendurch gab es dann immer wieder kleine Einlagen, die nur von den Akzent-lern gespielt wurden. Es war lustig und hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen. Wenn man nicht genau weiß, was als nächstes kommt, wird eine ganz besondere Art der Spannung aufgebaut. Es kann alles Mögliche passieren und ich habe mir auch oft überlegt, wie ich weitergespielt hätte, wenn ich in solch einer Spielsituation gelandet wäre. In welche Richtung sich das Stück bewegt, kann allein von den Akteuren und ihren Ideen und Stimmungen bestimmt werden. Wenn Rusen dann das Zeichen gab, musste man versuchen, ein gutes Ende der Szene hinzubekommen. Wenn man zu lange bei einer Szene oder Situation bleibt, kann es auch passieren, dass das Ganze an Witz verliert. 

Nachdem wir eine ganze Weile geübt hatten, waren wir alle ziemlich hungrig und ich habe auch gemerkt, dass meine Konzentration allmählich nachließ. Es war Zeit für eine Pause. Wir sind alle zusammen in die Volkshochschule gegangen und haben uns dort die herunter hängenden Mägen voll geschlagen. Das Essen, das uns die Frauen des Internationalen Frauenkreises organisiert haben, war lecker und reichlich. Aber bei diesem gemeinsamen Zusammensitzen ging es nicht nur um’s massenhafte Verschlingen von Pizza, sondern es war auch sehr interessant, sich mit den Leuten aus der anderen Gruppe zu unterhalten, sich ein bisschen kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Immerhin war es das erste Mal, dass man sich wirklich unterhalten konnte, denn beim Workshop war das eher nicht möglich, es sei denn man hatte vor, die Nerven von Rusen und Lamis zu strapazieren. 

Langsam stellte sich immer mehr heraus, dass wir in die öffentliche Aufführung der Akzent-Gruppe am Abend mit eingebunden werden sollten. Ich hatte das schon befürchtet, da Rusen immer mal wieder Andeutungen gemacht hatte. Wir waren alle ziemlich aufgeregt, wir sollten zwar nur die Übungen zeigen, die wir im Workshop gelernt hatten, aber das war immerhin für die meisten von uns der erste Impro-Auftritt überhaupt. 

Als wir wieder zurück ins Würth-Museum gegangen waren, stieg meine Spannung enorm. Wir haben noch schnell die Stühle aufgestellt und uns dann wieder vorne in einem Halbkreis aus Stühlen auf der Bühne eingefunden. Rusen wollte uns noch ein wenig Mut machen, er meinte, so wie er uns in den Proben erlebt habe, glaubt er, wir würden das hinbekommen. Mich persönlich hat das noch einmal bestärkt. Dann ging es auch schon los, alles lief ohne Zwischenfälle ab und die Zuschauer hatten sichtlich ihren Spaß, auch durch die lustige Art der Moderation von Rusen und Lamis, die durch das Programm führten. Es war noch lustiger als in der Probe. Und es hat viel Spaß gemacht. Zum Schluss haben wir auch noch kräftig Applaus bekommen. Was will man mehr?!

Der Tag ging so schnell vorbei und war vollgeladen mit neuen Eindrücken. Ich glaube, hätte ich davor gewusst, was alles auf mich zukommt, hätte ich mir das wahrscheinlich gar nicht zugetraut. Ich vermute, das ging den anderen aus meiner Gruppe ähnlich. Aber am Schluss hat alles geklappt. Wir haben nicht nur neue Spiele und neue Leute kennen gelernt, sondern auch viele Erfahrungen sammeln können. Es war ein schöner und auch anstrengender Tag mit einiger Überwindung, aber auch viel Freude am Spielen. Nachdem wir uns von den Anderen verabschiedet hatten und die Kontakt-Nummern ausgetauscht waren, war es auch schon relativ spät geworden und ich war froh, dass ich beim Workshop mitgemacht habe.

Eine Szene aus dem Austausch-Tag mit Lamis Klein (links im Bild)
und Clara Schnell, zweite von rechts. og.



Der interkulturelle Jugendclub "Akzent" wurde vor fünf Jahren von Rusen Kartaloglu am Badischen Staatstheater Karlsruhe gegründet. In dem Club sind Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund. Vor zwei Jahren hat die Gruppe mit Theatersport bzw. Impro-Vorführungen begonnen.


Text: Clara Schnell
Fotos: Tina Koball (tk) und Oliver Gebert (og)


Dienstag, 11. Januar 2011

Abenteuer Vielfalt: Die Nachhaltigkeit des Projekts ist für drei Jahre gesichert!



Von Oktober 2010 bis März 2011 bildet ein Team aus Theaterpädagogen und interkulturellen Trainerinnen jeden Dienstag in der Volkshochschule Schwäbisch Hall weitere neue Abenteurer aus.


Die Erfolge der Modellphase der Ausbildung zum Jugendbegleiter im vergangenen Jahr ermutigen die vier Kooperationspartner, das Theaterprojekt weiter anzubieten. Sie fanden dafür gleichgesinnte Förderer. Ein großes Dankeschön geht an die vielfältigen, großzügigen Unterstützer des Projekts wie Aktion Mensch und Soroptimist International Schwäbisch Hall, die die Durchführung des Projekts für die nächsten Jahre zusammen mit weiteren Spendern ermöglichen. 


„Mir gefällt einfach gut, dass hier Kinder und Jugendliche sowohl als ‚Akteure‘ als auch ‚Nutznießer‘ bedacht werden und das Thema 'Vielfalt' im Mittelpunkt steht‟, erklärt Ulrike Miehlke, Präsidentin der Soroptimist International, den Grund für die finanzielle Unterstützung des Projekts.


Im Projekt geht es um die Thematisierung von kulturellen Unterschieden und unterschiedlicher Lebensweisen, Ziele sind die Förderung von interkultureller Kompetenz und die Anerkennung von "Vielfalt". "Die Theaterpädagogik gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, Alltagssituationen und kleine Begebenheiten aus ganz unterschiedlichen Sichtweisen durchzuspielen. Wir improvisieren und lernen so, spontan auf neue Ideen und Einfälle zu reagieren," erklärt Rainer Möck vom Kleinen Theater Hall e.V. Im Kurs spielen die Jugendlichen nicht nur für sich selbst. Sie lernen auch, als Spielleiter Kindergruppen in der Theaterimprovisation anzuleiten und können so später als JugendbegleiterInnen in Schulen auftreten.


"Wir finden es wichtig, mit diesem Projekt die Sozialkompetenzen und die Selbständigkeit der Jugendlichen und Kinder sowie die Entwicklung kreativer Fähigkeiten und den sensibilisierten Umgang mit kultureller und sozialer Vielfalt zu fördern. Wir wollen auch durch "Abenteuer Vielfalt" die produktive Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und andersartigem Lebensumfeld nachhaltig untersützen", so Farnaz Schaefer vom IFK.


Abenteuer Vielfalt wird finanziell gefördert von: Aktion Mensch, Soroptimist International Schwäbisch Hall, Bausparkasse Schwäbisch Hall, Round Table 101 Schwäbisch Hall, Verein der Freunde der IHK-Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken e.V. sowie die Bürgerstiftung SChwäbisch Hall, die auf Engagement der Grundschule am Langen Graben hin das Projekt ebenfalls finanziell unterstützt.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

„Lust auf Neues‟ - Ein Gespräch mit Clara und Isa-Lorena

Clara und Isa


Das Theaterprojekt „Abenteuer Vielfalt‟ wird fortgesetzt und zum zweiten Mal kommt eine bunte Mischung von Teilnehmenden zusammen. Wir stellen Clara Schnell und Isa-Lorena Thalacker vor.

Clara Schnell und Isa-Lorena Thalacker haben vieles gemeinsam: beide wurden in Schwäbisch Hall geboren, sind 14 Jahre alt und gehen zur gleichen Schule in Michelbach. Beide haben große Familien.
„Mein Papa hat drei Brüder und eine Schwester. Er erzählt viele Geschichten von früher - bei denen ging es schon ziemlich rund und meine Mama hat auch drei Brüder‟ lacht Clara. Sie selbst hat eine ältere Schwester. Isas Familie in Brasilien ist ziemlich groß: „Meine Mama kommt aus Braisilien und sie hat drei Geschwister und die haben jeweils viele Kinder. Ich kenne gar nicht alle!‟ erzählt Isa, die selbst auch zwei Geschwister hat.

Sie sprechen über ihre Interessen: „Am allerliebsten machen wir natürlich etwas mit unseren Freunden- spontan ins Kino gehen oder shoppen,‟ sagt Clara und Isa stimmt enthusiastisch zu. Was Isa noch interessiert sind Tiere, sie selbst hat einen Hund, Kaja und eine Katze, Baloo.

Interesse an Theater
Für Clara bedeutet Theater „ganz viel Spaß, ein bisschen Kreativität, sich verwirklichen, auf der Bühne stehen und Aufmerksamkeit‟. Sie geht gern ins Theater und hat schon in der Grundschule bei einer Theater AG ungefähr zwei Jahre lang mitgemacht. Sie hat bei zwei Stücken mitgespielt: „Es hat mir total gut gefallen. Es gab immer auch eine Belohnung nach dem Stück‟.
Isa erkennt im Theater „die Möglichkeit zur Improvisation und eben auch sich selbst darzustellen und aus sich selbst herauszuwachsen‟. Im Kindergarten spielte sie bei verschiedenen Aufführungen schon die Hauptrolle und als Grundschülerin besuchte sie ein Jahr die Theater AG.

Interesse an Vielfalt
Vielfalt hat für Clara ganz verschiedene Richtungen, bedeutet Möglichkeiten und Unterschiede und ist vor allem interessant: „Andere Kulturen interessieren mich und schon in der Grundschule hatte ich ausländische Freunde und kam mit ihnen auch gut klar, manchmal war es sogar irgendwie lustiger‟. Sie freut sich Neuem zu begegnen: „Man kennt ja wie es bei sich so abläuft – etwas Anderes zu sehen, finde ich spannend‟. Sie erzählt von einer Reise in Ägypten. Damals steckte sie mit ihrer Schwester im Bus im Verkehr fest und betrachtete aus dem Fenster fasziniert die Kamele im Straßenverkehr: „Überall sind sie quer über die Strasse gesprungen mit 'gefühlten 50.000 Kisten' an sich festgebunden, nur mit Seilen – so etwas kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen.‟ 

„Vielfalt ist für mich Individualitat – viele verschiedene Sachen treffen aufeinander‟, erklärt Isa. Fremdem oder Neuem begegnet sie möglichst ohne Angst um herauszufinden, ob es ihr gefällt oder nicht. Brasilien ist für Isa eine ganz andere Welt. Wenn sie ihre brasilianischen Verwandten besucht, muss sie sich erstmal an ein paar Dinge gewöhnen: „erst an die Sprache und dann finde ich, dass man dort irgendwie positiver denkt, vielleicht liegt es aber auch an den Ferien‟. Die größte Umstellung ist für sie die Begrüßungen, sie weiß nicht immer genau, welche Art der Begrüßung anzuwenden ist: „man begrüßt jeden- entweder durch das Geben der Hand, oder zweimal auf die Backe küssen oder manchmal umarmen‟.

Abenteuer Vielfalt
Das Projekt Abenteuer Vielfalt kannten beide durch den Internationalen Frauenkreis und weil zwei ihrer Mitschüler im vergangenen Jahr daran teilnahmen. Clara und Isa hörten viel Positives darüber und entschieden sich mitzumachen. Clara, weil sie Lust hat nach dem Kurs als Jugendbegleiterin zu arbeiten, um sich persönlich weiterzuentwickeln und weil es ohnehin „voll Spaß macht‟. Neben Spaß gibt es Herausforderungen: „Das erste Mal alleine etwas vorzuspielen war die erste große Überwindung und es war schwierig. Ich finde jede Aufgabe ist eine Herausforderung, aber wenn man sie gemeistert hat, ist man bereit für die nächste. Mir fällt es immer noch schwer, etwas alleine auszudenken, dann alleine auf der Bühne zu stehen und es alleine umzusetzen.‟ So hat ihre Teilnahme an dem Projekt Clara zusätzlich Selbstbewusstsein gebracht: „wenn man sich überwinden kann und die anderen klatschen auch noch danach, dann...‟

Isa macht mit, um etwas Neues zu lernen – vor allem neue Leute zu treffen, aber auch um spontaner zu werden und durch Improvisation aus sich selbst herauszukommen. Sie erzählt: „Anfangs machten wir Übungen, bei denen man sich dumm vorkommt. Aber dadurch lernten wir, dass das egal ist – man spielt nur eine Rolle, ist ein anderer Mensch auf der Bühne. Danach kam Schauspielunterricht dazu und Improvisation‟. Sie hat gelernt die Verlegenheit und Hemmungen abzulegen. Es ist ihr nicht mehr peinlich beispielsweise „völlig bescheuert rumzuschreien auf der Bühne, weil es eine Rolle ist und ich denke okay, dass ist normal für die Rolle‟.

Clara und Lorena schätzen die Vielfalt in der Gruppe. Sie finden es gut, Teilnehmende aus verschiedenen Länder und in verschiedenem Alter um sich zu haben. Beide freuen sich auf die Zukunft als Jugendbegleiterinnen, um den Spaß, den sie jetzt haben, an die Kinder weiterzuleiten und selbst Aufgaben zu stellen.


Clara (links) und Jannika besprechen ihre Ideen für eine Szene


Ein Spiel aus ihrer Kindheit- Isa (Mitte) erklärt die Spielregeln

Isa und Clara (zweite und dritte von links) 
mit der Gruppe bei einer gemeinsamen Übung 


Fotos & Text: Patricia Masibay

Dienstag, 9. November 2010

Abenteuer Vielfalt Jugendbegleiter wieder an der Grundschule Steinbach


Es geht weiter- Mira Scherrer und Jannik Weiße, Absolventen 
des Projekts Abenteuer Vielfalt, engagieren sich erneut als Jugendbegleiter- dieses Mal für das ganze Schuljahr! Seit dem 
22. September 2010 leitet dieses dynamische Duo den ersten Halbjahreskurs mit 11 Kindern.


Mira berichtet:
Jannik und ich leiten die Gruppe in der Grundschule Steinbach nun zum zweiten Mal. Wir arbeiten als Team ganz gut und gerne zusammen.

Diese Gruppe ist sehr anders als die vom letzten Jahr mit ganz anderen Aufgaben und deshalb haben wir unsere Ziele der Gruppe angepasst. Die Gruppe anzuleiten ist wieder eine tolle wenn auch diesmal eine anstrengende Herausforderung. Sie ist bewegungsfreudig und laut, so bräuchten wir eigentlich mehr Platz als uns der jetzige Treffpunkt, ein Klassenzimmer, bietet. Unser Wunsch-Ort wäre wieder die Turnhalle doch trotz alledem haben wir mächtig viel Spaß. Wir freuen uns über jeden Fortschritt- wie z. B. bei einem Mädchen, das letztes Jahr schon teilgenommen hat. Sie ist viel offener und mutiger geworden. Und unser einziger Junge ist gut in die Gruppe von zehn Mädchen integriert.

Vom Theaterspielen haben Jannik und ich noch nicht genug. Wir verfolgen unser Interesse an Theater parallel zu unseren Aktivitäten als Jugendbegleiter. So spielen wir gemeinsam bei Freunde der Fiktion, dem Jugendensemble der Freilichtspiele Schwäbisch Hall e. V.


Text: Mira Scherrer
Foto: Patricia Masibay