Zum fünften Mal des Projekts Abenteuer Vielfalt kommt wieder eine Mischung von unterschiedlichen Teilnehmenden zusammen. Mareike König sprach mit Zora Verleger und Moritz Rudolph und stellt sie vor:
Zora Verleger aus Steinbach ist 14 Jahre alt und besucht den Montessorizug an der Leonard Kern Realschule. Geboren ist sie in Kupfer, wo sie bis zu ihrem fünften Lebensjahr mit ihren Eltern und ihren zwei ältere Brüdern wohnte. Diese wollten dann aber lieber in einer größeren Stadt leben. So zog die Familie zur Geburt der kleinen Schwester nach Steinbach am Stadtrand von Schwäbisch Hall. Auch Moritz Rudolph, 15 Jahre alt, lebt in Steinbach und besucht die neunten Klasse der Leonard Kern Realschule. Auch er hat eine kleine Schwester. Obwohl Moritz und Zora im gleichen Ort und die gleichen Schule besuchen kannten sie sich vor ihre Teilnahme an dem Projekt Abenteuer Vielfalt jedoch nicht.
Sowohl Moritz als auch Zora haben schon in der Grundschule Theater gespielt. Moritz erinnert sich an die vierten Klasse „Ich sollte einen Typ in einem Sack wegschleppen“. Außerdem hat er mit 11 Jahren mal bei einem Schwarzlichttheaterstück im Heimbacher Hof Schwäbisch Hall mitgemacht. „Ich durfte den Affen und den Magier spielen“, sagt er mit ironisch stolzer Stimme. Am meisten begeistert Moritz am Schwarzlichttheater „dass man da nicht alles sieht, sondern sich auch Sachen einbilden kann, man musste sich nicht festlegen, die Fantasie wird angeregt.“
Das Wort „Vielfalt“ besitzt für Zora und Moritz eine sehr positive Färbung. Zora bezeichnet es als „ein buntes Wort, irgendwie denke ich an einen Regenbogen“. Sie bringt es auch direkt mit kulturellen Unterschieden und verschiedenen Menschen in Zusammenhang. „Es ist interessant, wie andere ein Bild anders sehen, da sie andere Erfahrungen mit etwas gemacht haben.“ Für sie ist es ein dehnbarer Begriff, durch den man sich selbst und andere sich weiterentwickeln können: „Sonst wäre es ja langweilig, Unterschiede sind cool, andere Meinungen, andere Sichtweisen, es ist interessant diese weiterzugeben, denn nur so erfährt man andere Sichtwesen und sieht es gibt noch etwas anderes als das Bekannte.“ Für Zora ist klar, man muss sich mit vielfältigen Lebensmodellen und Ansichten auseinander setzen, denn durch eingeschränkte Sichtweisen kommt es zu Streit, Schwierigkeiten oder sogar Krieg.
Als Moritz beim Haller Freundschaftsfest letztes Jahr von Gerry, ein Teilnehmer aus der letzten Staffel „Abenteuer Vielfalt“ angesprochen wurde dachte er darüber nach die Ausbildung als Jugendbegleiter zu machen. Der Gedanke, etwas außerhalb von der Schule zu machen, in einer neuen Umgebung und mit neuen Leuten gefiel ihn. So ging er zum ersten Treffen des Projekts. „Erste Tage sind immer komisch, weil so viel geredet wird, so viel Theoretisches. Aber bei Abenteuer Vielfalt waren auch gleich praktische Übungen dabei“ und das überzeugte ihn weiterhin dabei zu bleiben. Und auch weiterhin machte es viel Spaß denn „das Kreative wird beim Theater auf einen Punkt gebracht, nicht jeder würde das Selbe spielen und so bringt es den Charakter hervor.“ Das ist Moritz besonders wichtig, der Charakter jedes einzelnen, „das Selbst des gegenüber.“ Überraschend für Moritz war: „Ich werde so positiv wahrgenommen, ich habe eine andere Seite von mir entdeckt. Ich lasse mich langsamer aus der Ruhe bringen und ich denke ich bin auch kreativer geworden.“
Foto: Aline Schmidt






